Altersvorsorgedepot: die neue staatliche Förderung
Am 8. Mai 2026 hat der Bundesrat das Altersvorsorgereformgesetz gebilligt. Ab dem 1. Januar 2027 gibt es eine neue geförderte Altersvorsorge, die ohne Beitragsgarantie auskommt und erstmals auch Selbstständigen offensteht. Diese Seite erklärt, was drinsteht, was es bringt und wo die Haken liegen.
Worum es bei dieser Reform wirklich geht
Die Riester-Rente galt zwei Jahrzehnte lang als gescheitert: zu teuer, zu starr, zu wenig Ertrag. Der Grund dafür stand im Gesetz selbst: die Pflicht, zu Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung zu stellen. Diese Garantie zwang die Anbieter in sichere, niedrig verzinste Anlagen. Genau sie fällt jetzt weg. Wenn Sie beim Thema ganz am Anfang stehen, lesen Sie vorher unsere Seite zu den Grundlagen der Altersvorsorge.
Wer will, bekommt weiterhin ein Produkt mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie. Wer darauf verzichtet, darf das Geld voll am Kapitalmarkt anlegen. Das ist die eigentliche Neuerung, alles andere folgt daraus.
Statt der Rechnung über vier Prozent des Vorjahresbruttos gilt eine feste Zulage je eingezahltem Euro. Die maximale Grundzulage steigt von 175 auf 540 Euro im Jahr.
Wer nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, war von Riester ausgeschlossen. Ab 2027 sind Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke förderberechtigt.
Riester bisher, Altersvorsorgedepot ab 2027
Nebeneinandergelegt wird schnell klar, wo der Unterschied liegt. Nicht jeder Punkt ist eine Verbesserung. Die Auszahlung ist der eine Bereich, in dem das neue Produkt weniger verspricht als das alte.
| Punkt | Riester bisher | Altersvorsorgedepot ab 2027 |
|---|---|---|
| Beitragsgarantie | Pflicht. Zu Rentenbeginn müssen mindestens alle Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen. | Freiwillig. Ohne Garantie ist die volle Anlage am Kapitalmarkt möglich, mit entsprechendem Verlustrisiko. |
| Grundzulage | 175 Euro im Jahr. | Bis zu 540 Euro im Jahr, gestaffelt nach dem eigenen Sparbeitrag. |
| Kinderzulage | 300 Euro je Kind (ab 2008 geboren), 185 Euro für ältere Kinder. | 300 Euro je Kind und Jahr, unabhängig vom Geburtsjahr. |
| Eigenbeitrag für volle Zulage | Vier Prozent des Vorjahresbruttos abzüglich Zulagen, höchstens 2.100 Euro. Wer zu wenig zahlt, bekommt die Zulage anteilig gekürzt. | Feste Beträge statt Prozentrechnung. Die volle Kinderzulage gibt es bereits ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat. |
| Wer gefördert wird | Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamte, mittelbar auch Ehepartner. | Zusätzlich Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke. |
| Auszahlung | Lebenslange Rente ist Pflicht, bis zu 30 Prozent als Einmalzahlung möglich, frühestens ab 62. | Auszahlplan über 20 Jahre ab 65. Eine lebenslange Rente ist nicht vorgeschrieben. |
| Kosten | Je nach Anbieter sehr unterschiedlich, oft hohe Abschlusskosten. | Beim Standarddepot eines öffentlichen Trägers auf 1,0 Prozent Effektivkosten begrenzt. Für private Anbieter gilt dieser Deckel nicht. |
| Neuabschluss | Bis 31.12.2026 möglich. | Ab 01.01.2027 können keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden. |
Wie die Zulage gerechnet wird
Die neue Systematik ist bewusst einfach gehalten. Sie knüpft nicht mehr an Ihr Einkommen an, sondern nur noch daran, wie viel Sie selbst einzahlen.
Grundzulage
Bis 540 EuroZwei Stufen, die aufeinander aufbauen. Der erste Teil Ihres Sparbeitrags wird doppelt so stark gefördert wie der zweite.
- Erste Stufe
- Für jeden gesparten Euro gibt es 50 Cent vom Staat, bis zu einer Einzahlung von 360 Euro im Jahr. Das sind 180 Euro Zulage.
- Zweite Stufe
- Von 360 bis 1.800 Euro Einzahlung gibt es 25 Cent je Euro. Das sind weitere 360 Euro.
- Maximum
- Bei 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr, also 150 Euro im Monat, ist die Grundzulage mit 540 Euro ausgeschöpft.
- Mindestbeitrag
- 120 Euro im Jahr, also 10 Euro im Monat. Darunter gibt es keine Zulage.
Kinderzulage
300 Euro je KindHier ist die Änderung für Familien am deutlichsten. Bisher musste der Eigenbeitrag mit jedem Kind praktisch mitwachsen, um die volle Zulage zu bekommen.
- Höhe
- 300 Euro je Kind und Jahr, für jeden gesparten Euro ein Euro Zulage bis zu dieser Grenze.
- Ab wann voll
- Die volle Kinderzulage von 300 Euro wird bereits bei einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro gewährt.
- Kein Stichtag mehr
- Die heutige Unterscheidung zwischen Kindern, die vor oder ab 2008 geboren wurden, entfällt.
- Dauer
- Wie bisher für die Zeit, in der Kindergeld gezahlt wird.
Erstens: Einzahlen dürfen Sie mehr als 1.800 Euro, nämlich bis zu 6.840 Euro im Jahr. Eine höhere Zulage bekommen Sie dafür nicht. Ob sich der Teil oberhalb von 1.800 Euro lohnt, entscheidet allein die steuerliche Behandlung über den Sonderausgabenabzug. Und den müssen Sie gegen ein normales Depot ohne Verfügungssperre rechnen.
Zweitens: Die Zulage ist kein Geschenk, sondern eine Steuerstundung. Was gefördert eingezahlt wird, ist in der Auszahlphase in voller Höhe zu versteuern. Wie viel unter dem Strich bleibt, hängt davon ab, wie hoch Ihr Steuersatz im Alter ist. Mehr dazu weiter unten.
Drei Varianten, zwischen denen Sie wählen
Das Gesetz schreibt kein einzelnes Produkt vor, sondern einen Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens gibt es drei Wege, die sich in einem Punkt unterscheiden: wie viel Sicherheit Sie gegen wie viel Ertragschance eintauschen.
Altersvorsorgedepot ohne Garantie
Die NeuerungIhr Geld wird vollständig am Kapitalmarkt angelegt, in der Regel in Fonds oder ETFs. Es gibt keine Zusage, dass am Ende mindestens die Einzahlungen zur Verfügung stehen.
- Chance
- Über lange Zeiträume die höchste Ertragserwartung der drei Varianten. Das war der Grund für die Reform.
- Risiko
- Auch ein Verlust ist möglich, und zwar bis zum Schluss. Wer kurz vor Rentenbeginn in einen Einbruch gerät, hat ein echtes Problem.
- Wichtig
- Ein Gesetz schafft keine Rendite. Das Depot funktioniert wie jedes andere Wertpapierdepot. Der Unterschied liegt in der Zulage und in der Verfügungssperre.
- Passt zu
- Langen Zeiträumen und der ehrlichen Bereitschaft, Schwankungen auszuhalten, ohne zwischendurch alles umzustellen.
Garantieprodukt
Für SicherheitsorientierteDie klassische Variante bleibt erhalten, nur nicht mehr als Zwang. Der Anbieter sagt zu, dass zu Beginn der Auszahlphase ein bestimmter Anteil der eingezahlten Beiträge zur Verfügung steht.
- Zwei Stufen
- Vorgesehen sind Produkte mit 80 Prozent und mit 100 Prozent Beitragsgarantie.
- Der Preis
- Jede Garantie kostet Ertragschance. Je höher die Zusage, desto größer der Teil, der sicher und damit niedrig verzinst angelegt werden muss.
- 80 statt 100
- Die Absenkung auf 80 Prozent ist der Kompromiss: etwas mehr Spielraum für den Kapitalmarkt, bei einem überschaubaren Risiko.
- Passt zu
- Kurzen Restlaufzeiten und Menschen, die mit Schwankungen nachweislich nicht gut umgehen können.
Standarddepot
Der staatliche RückfallFür alle, die sich nicht entscheiden wollen, ist ein Depot bei einem öffentlichen Träger vorgesehen. Es ist der Grund, warum die Reform überhaupt Kostendruck erzeugt.
- Kostendeckel
- Die Effektivkosten sind auf 1,0 Prozent begrenzt. Das ist die einzige harte Kostengrenze im ganzen Gesetz.
- Gilt nicht für alle
- Für private Anbieter gibt es diesen Deckel nicht. Sie müssen ihre Kosten ausweisen, aber sie dürfen höher liegen.
- Maßstab
- Deshalb ist das Standarddepot der Vergleichsmaßstab: Ein privates Angebot muss begründen können, warum es mehr kostet.
- Passt zu
- Allen, die eine einfache, günstige Lösung wollen und keine Beratung dazu brauchen.
Wenn Ihnen jemand ein privates Altersvorsorgedepot anbietet, ist die erste Frage immer dieselbe: Was kostet es im Vergleich zum Standarddepot, und was bekomme ich für diesen Aufpreis? Wir stellen diese Frage für Sie und legen die Antwort schriftlich vor.
Auszahlung und Besteuerung
Die Ansparphase bekommt in jeder Broschüre den meisten Platz. Entscheidend ist aber die zweite Hälfte, und genau dort unterscheidet sich das Altersvorsorgedepot deutlich von einem freien Depot.
| Frage | Wie es beim Altersvorsorgedepot läuft | Was das praktisch bedeutet |
|---|---|---|
| Ab wann | Die Auszahlphase beginnt ab dem 65. Lebensjahr. | Drei Jahre später als bei Riester-Verträgen, die ab 62 auszahlen dürfen. |
| In welcher Form | Vorgesehen ist ein Auszahlplan über 20 Jahre. Die Auszahlung endet wahlweise nach der vereinbarten Zeit, frühestens ab dem 85. Lebensjahr. | Keine lebenslange Rente mehr. Wer 90 wird, hat aus diesem Vertrag ab 85 nichts mehr – es sei denn, er wählt ein Produkt mit lebenslanger Leistung. |
| Einmalzahlung | Ein Teil des Kapitals kann zu Beginn auf einen Schlag ausgezahlt werden. | Wie bei Riester. Die Steuer fällt dann geballt in einem Jahr an, was den Steuersatz in diesem Jahr nach oben treibt. |
| Ansparphase | Während der Ansparphase fällt keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale an. | Der größte steuerliche Vorteil gegenüber einem freien Depot. Erträge und Umschichtungen bleiben unbelastet. |
| Auszahlphase | Nachgelagerte Besteuerung: Die Auszahlungen sind in voller Höhe mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern. | Nicht mit 25 Prozent Abgeltungsteuer, sondern mit dem Satz, der für Ihr gesamtes Einkommen im Alter gilt. |
| Vor Rentenbeginn heran | Eine vorzeitige Entnahme ist eine schädliche Verwendung. Zulagen und Steuervorteile sind zurückzuzahlen. | Das Geld ist gebunden. Wer damit rechnet, es zwischendurch zu brauchen, ist mit einem freien Depot besser bedient. |
| Im Todesfall | Das angesparte Kapital ist grundsätzlich vererbbar, die Förderung aber nicht bedingungslos. | Details hängen von der Produktausgestaltung ab. Bei Riester war genau dieser Punkt eine häufige Enttäuschung. |
Nachgelagerte Besteuerung lohnt sich, wenn Ihr Steuersatz im Alter niedriger ist als heute. Das ist bei vielen der Fall, aber nicht bei allen. Wer eine gute gesetzliche Rente, eine Betriebsrente und Mieteinnahmen hat, kann im Alter bei einem ähnlichen Satz landen wie im Berufsleben.
Dazu kommt ein Punkt, den wir grundsätzlich ansprechen: Auf Auszahlungen aus einem Altersvorsorgedepot fällt kein Krankenkassenbeitrag an, anders als bei der betrieblichen Altersvorsorge. Das ist im Vergleich ein echter Vorteil, der in Gegenüberstellungen oft fehlt.
Wir rechnen beides durch, bevor wir etwas empfehlen: den geförderten Weg und das freie Depot mit Abgeltungsteuer und Vorabpauschale. Bei kurzen Restlaufzeiten und hohen Einkommen im Alter geht die Rechnung nicht immer zugunsten der Förderung aus.
Riester behalten oder wechseln
Wenn Sie einen Riester-Vertrag haben, ist das die Frage, die Sie tatsächlich betrifft. Die gute Nachricht zuerst: Sie müssen gar nichts tun, und es läuft keine Frist.
Bestehende Riester-Verträge sind vom Ende der Neuabschlüsse nicht betroffen. Sie laufen mit der bisherigen Förderung im Bestandsschutz weiter, ohne dass Sie etwas veranlassen müssen.
Wer möchte, kann auf Antrag in die neue Förderung wechseln. Dieser Wechsel ist einmalig und unwiderruflich, aber an keine Frist gebunden. Sie können ihn also 2027 machen oder erst 2031. Bereits erhaltene Zulagen müssen bei einem Wechsel nicht zurückgezahlt werden.
Wovon wir abraten: 2026 noch schnell einen Riester-Vertrag abzuschließen, nur weil es ab 2027 nicht mehr geht. Ein Vertrag, der heute nicht passt, passt auch nicht dadurch besser, dass es ihn bald nicht mehr gibt.
Wann ein Wechsel naheliegt
Eher dafürKein Automatismus, aber diese Konstellationen sprechen dafür, die Rechnung zumindest aufzumachen.
- Lange Restlaufzeit
- Wer noch 20 Jahre oder mehr bis zur Rente hat, gewinnt durch den Wegfall der Garantie am meisten Spielraum.
- Kinder im Haushalt
- Die neue Kinderzulage gibt es schon ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat. Bisher musste der Eigenbeitrag deutlich höher sein.
- Teurer Altvertrag
- Wenn Ihr bestehender Vertrag hohe laufende Kosten hat, ist der Wechsel auch eine Kostenfrage.
- Niedriges Einkommen
- Die neue Zulage hängt nicht mehr vom Bruttoeinkommen ab. Wer wenig verdient, steht relativ besser da als bisher.
Wann Bleiben besser ist
Eher dagegenEs gibt gute Gründe, den alten Vertrag zu behalten. Einer davon wird in Vergleichen fast nie genannt.
- Garantierter Rentenfaktor
- Alte Verträge enthalten teils Rentenfaktoren und Garantiezinsen, die heute nicht mehr angeboten werden. Die sind bares Geld wert.
- Lebenslange Rente
- Riester zahlt lebenslang. Das neue Depot ist auf 20 Jahre angelegt. Wer alt wird, fährt mit der alten Zusage besser.
- Kurze Restlaufzeit
- Wer in fünf Jahren in Rente geht, sollte die Garantie nicht gegen Kapitalmarktrisiko tauschen.
- Wohn-Riester
- Wenn der Vertrag für eine selbst genutzte Immobilie vorgesehen ist, gelten eigene Regeln. Ein Wechsel kann diese Option kosten.
Für wen sich das rechnen kann
Wir bekommen diese Frage seit Mai 2026 in fast jedem Gespräch. Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, aber es gibt Muster.
Selbstständige
Die größte NeuerungWer nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, war von der Riester-Förderung ausgeschlossen. Das ändert sich zum 1. Januar 2027.
- Neu förderberechtigt
- Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärzte, Anwälte oder Architekten.
- Was das wert ist
- Bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr, die es für diese Gruppe bisher überhaupt nicht gab.
- Im Vergleich zur Basisrente
- Die Rürup- oder Basisrente bleibt daneben bestehen und hat ein deutlich höheres steuerliches Volumen. Welcher Weg besser ist, hängt vom Einkommen und vom Steuersatz ab. Das ist eine Rechnung, keine Meinung.
- Unser Hinweis
- Wer 2026 ohnehin eine Basisrente abschließen will, sollte vorher rechnen lassen, wie das Altersvorsorgedepot im Vergleich abschneidet.
Familien mit Kindern
Der zweite GewinnerDie Kinderzulage ist der Punkt, an dem die neue Rechnung am deutlichsten besser ausfällt als die alte.
- Heute
- Um die volle Zulage zu bekommen, mussten vier Prozent des Vorjahresbruttos eingezahlt werden. Bei mehreren Kindern war das trotz Zulagenanrechnung ein spürbarer Betrag.
- Ab 2027
- Die volle Kinderzulage von 300 Euro je Kind gibt es bereits ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat.
- Beispiel
- Zwei Kinder, 25 Euro im Monat: 300 Euro Eigenbeitrag im Jahr, dazu 600 Euro Kinderzulage und 150 Euro Grundzulage. Aus 300 Euro werden 1.050 Euro.
- Aber
- Wer nur den Mindestbeitrag zahlt, baut damit keine Altersvorsorge auf. Die Zulage ist ein guter Start, kein Ergebnis.
Wer vorsichtig sein sollte
Ehrlich gesagtEs gibt Situationen, in denen wir vom Altersvorsorgedepot abraten, auch wenn die Förderquote attraktiv aussieht.
- Kurz vor der Rente
- Unter zehn Jahren Restlaufzeit ist ein Depot ohne Garantie ein Risiko, das die Zulage nicht aufwiegt.
- Ohne Notgroschen
- Das Geld ist bis 65 gebunden. Wer keine freie Rücklage von drei bis sechs Nettogehältern hat, sollte die zuerst aufbauen.
- Mit teuren Schulden
- Ein Dispo oder Ratenkredit mit hohem Zins frisst jede Förderquote auf. Erst tilgen, dann sparen.
- Ohne Einkommensschutz
- Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, sichert mit einem Sparplan das kleinere Risiko ab und lässt das größere offen.
Was noch nicht abschließend feststeht
Das Gesetz ist verkündet, die Produkte gibt es noch nicht. Wir schreiben hier auf, was wir wissen, und was wir nicht wissen. Andere Seiten tun so, als wäre bereits alles klar.
Welche Anbieter es geben wird und was sie kosten
Das ist die wichtigste offene Frage. Die Kostengrenze von 1,0 Prozent gilt nur für das Standarddepot eines öffentlichen Trägers. Was private Banken, Fondsgesellschaften und Versicherer verlangen, steht erst fest, wenn die Produkte im Markt sind. Wir vergleichen das, sobald es etwas zu vergleichen gibt, und melden uns bei Kundinnen und Kunden, für die es relevant ist.
Die genaue steuerliche Behandlung oberhalb von 1.800 Euro
Einzahlungen bis 6.840 Euro im Jahr sind möglich, die Zulage erhöht sich dadurch nicht. Der steuerliche Effekt entsteht über den Sonderausgabenabzug. Wie die Finanzverwaltung das im Detail handhabt, insbesondere im Zusammenspiel mit anderen Vorsorgeaufwendungen, ergibt sich erst aus den Anwendungsschreiben. Wir belassen es hier bewusst bei dieser Aussage, statt eine Zahl zu nennen, die wir nicht belegen können.
Wie die Vererbung im Einzelnen geregelt ist
Das angesparte Kapital ist grundsätzlich vererbbar. Wie es um die Förderung steht, wenn jemand vor oder während der Auszahlphase stirbt, hängt von der konkreten Produktausgestaltung ab. Bei Riester war genau das ein häufiger Streitpunkt. Wir werden das bei jedem Produkt gezielt prüfen.
Ob sich ein Wechsel aus einem Altvertrag lohnt
Das lässt sich nicht allgemein beantworten und hängt vom einzelnen Vertrag ab: garantierter Rentenfaktor, Kostenstruktur, Restlaufzeit. Wir rechnen das für Ihren konkreten Vertrag durch. Weil der Wechsel unwiderruflich ist und keine Frist läuft, gibt es keinen Grund zur Eile.
Was wir Ihnen bis dahin empfehlen
Nichts überstürzen. Weder 2026 noch schnell einen Riester-Vertrag zeichnen, nur weil es danach nicht mehr geht, noch bestehende Verträge vorschnell beitragsfrei stellen. Wenn Sie vor einer Entscheidung stehen, die nicht warten kann, sprechen Sie uns an – wir sagen Ihnen auch, wenn wir es nicht wissen.
Was uns dazu gefragt wird
Wenn Ihre Frage fehlt, rufen Sie an. Wir beantworten sie auch ohne Termin und ohne dass daraus ein Vertrag werden muss.
Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot abschließen?
Die neuen Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Vorher gibt es nichts zu unterschreiben. Wer heute schon spart, macht das entweder in einem bestehenden geförderten Vertrag oder in einem freien Depot, und kann später zusätzlich ein Altersvorsorgedepot eröffnen.
Ist die Zulage wirklich höher als bei Riester?
Bei der Grundzulage ja: 540 statt 175 Euro im Jahr. Sie ist aber an einen höheren Eigenbeitrag gekoppelt. Die vollen 540 Euro gibt es erst bei 1.800 Euro eigener Einzahlung. Wer weniger einzahlt, bekommt anteilig weniger. Bei der Kinderzulage ist die Verbesserung deutlicher, weil die volle Zulage schon ab 25 Euro im Monat fließt.
Bekomme ich mein Geld garantiert zurück?
Beim Altersvorsorgedepot ohne Garantie: nein. Genau darauf beruht die höhere Ertragschance. Wenn Sie eine Zusage wollen, wählen Sie ein Garantieprodukt mit 80 oder 100 Prozent. Jede Garantie kostet Ertragschance. Das ist keine Meinung, sondern Rechenlogik: Der garantierte Teil muss sicher angelegt werden und wirft entsprechend wenig ab.
Kann ich vorher an das Geld?
Praktisch nein. Eine Entnahme vor Beginn der Auszahlphase gilt als schädliche Verwendung. Zulagen und Steuervorteile sind dann zurückzuzahlen. Wer damit rechnet, das Geld zwischendurch zu brauchen, sollte es nicht hier anlegen. Wir empfehlen grundsätzlich, zuerst eine freie Rücklage aufzubauen.
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Er läuft automatisch weiter, im Bestandsschutz, mit der bisherigen Förderung. Sie müssen nichts tun. Ein Wechsel in die neue Förderung ist auf Antrag möglich, einmalig, unwiderruflich und an keine Frist gebunden. Die Einzelheiten stehen weiter oben unter Riester behalten oder wechseln.
Lohnt sich das für mich als Selbstständiger mehr als eine Rürup-Rente?
Das hängt vom Einkommen ab. Die Basisrente hat ein deutlich höheres steuerlich absetzbares Volumen und wirkt über den Steuersatz, ist also bei hohen Einkommen stärker. Das Altersvorsorgedepot wirkt über die Zulage und ist bei mittleren Einkommen und Kindern attraktiver. Das rechnet man durch, statt es zu behaupten. Zur Basisrente gibt es einen eigenen Rechner.
Warum endet die Auszahlung mit 85?
Vorgesehen ist ein Auszahlplan über 20 Jahre ab dem 65. Lebensjahr. Die Auszahlung endet wahlweise nach der vereinbarten Zeit, frühestens ab dem 85. Lebensjahr. Damit fällt die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos weg, die eine lebenslange Rente bietet. Das ist der Preis für die größere Flexibilität, und für manche ein Grund, den alten Riester-Vertrag zu behalten.
Beraten Sie dazu, obwohl es das Produkt noch nicht gibt?
Ja, aber ohne Abschluss. Wir sortieren mit Ihnen, was Sie heute tun sollten und was warten kann, und melden uns, sobald es vergleichbare Angebote gibt. Das Erstgespräch ist kostenfrei. Wenn Sie eine reine Analyse ohne Vermittlung möchten, geht das gegen Honorar – die Sätze stehen in unserer Preisübersicht.
Wie wir dabei vorgehen
Wir sind unabhängiger Versicherungsmakler und an keine Gesellschaft gebunden. Bei einem Produkt, das es noch nicht gibt, heißt das vor allem: Wir verkaufen Ihnen 2026 nichts, was Sie 2027 besser bekommen.
Keine festen Produktgeber, sondern über 100 Partner für maximale Auswahl.
Klare Empfehlungen statt Verkaufsgespräch, inklusive schriftlicher Begründung.
Ihre Situation entscheidet, nicht unser Vergütungsmodell.
Wir bleiben an Ihrer Seite, wenn sich Ihr Leben ändert.
So sieht unsere Beratung aus
Sechs Schritte, bei denen Sie an jeder Stelle aussteigen können.
In Heidelberg oder digital. Wir hören zu, bevor wir rechnen.
Was läuft schon, was zahlt der Arbeitgeber, welche Förderung steht Ihnen überhaupt zu.
Nicht jeder Baustein passt zu jedem. Wir sagen auch, worauf Sie verzichten können.
Bedingungen, Kosten und Effektivkosten mehrerer Anbieter im direkten Vergleich.
Sie entscheiden im eigenen Tempo. Wir übernehmen den Papierkram.
Gesetze ändern sich, Ihr Leben auch. Wir melden uns, wenn etwas angepasst gehört.
Erst rechnen, dann unterschreiben
Bringen Sie mit, was Sie haben: Riester-Vertrag, Rentenversicherung, Betriebsrente, Depotauszüge. Wir sagen Ihnen, was davon bleiben sollte, was 2027 besser wird und was Sie sich sparen können. Auch wenn am Ende kein Vertrag dabei herauskommt.
Kostenfrei und unverbindlich. Hotz Consulting ist unabhängiger Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO. Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine auf Sie zugeschnittene Beratung. Sie ist keine Steuer- oder Rechtsberatung und keine Anlageempfehlung. Alle Zahlen: Stand September 2026.