Gewerbeversicherung: was ist das und welche brauchen Sie?
Gewerbeversicherung, was ist das eigentlich? Einfach erklärt: kein einzelnes Produkt, sondern ein Baukasten aus einzelnen Versicherungen, die Unternehmen und Selbstständige vor den finanziellen Folgen von Schäden schützen. Welche Bausteine Sie brauchen, entscheidet Ihr Betriebsrisiko, nicht die Größe der Firma.
Ein Baukasten, drei Prioritätsstufen
Auch im Betrieb gilt die gleiche Logik wie privat: Zuerst wird abgesichert, was das Unternehmen im Ernstfall nicht überleben würde. Alles andere kommt danach. Diese drei Stufen ordnen die Bausteine nach Dringlichkeit, nicht nach Beitrag.
Betriebshaftpflicht und, wo vorgeschrieben, die Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht. Dazu die Pflichtmitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft und die Kfz-Haftpflicht für Firmenfahrzeuge. Ohne diese Bausteine haften Sie mit dem Betriebs- und je nach Rechtsform mit dem Privatvermögen.
Inhaltsversicherung, Betriebsunterbrechung und Cyber. Sie greifen, wenn Werte zerstört werden oder der Betrieb stillsteht. Je abhängiger Ihr Umsatz von Räumen, Maschinen oder IT ist, desto weiter rücken sie nach vorn.
Gewerblicher Rechtsschutz, D&O, Transport, Vertrauensschaden, Warenkredit. Sinnvoll, sobald Verträge, Mitarbeiter, Lieferketten oder Geschäftsführerhaftung eine Rolle spielen.
Was eine Gewerbeversicherung abdeckt
Eine Gewerbeversicherung ist ein Rahmen, unter dem einzelne Verträge zusammengefasst werden. Sie fängt drei Arten von Schäden auf, die einen Betrieb aus dem Tritt bringen können.
Ein Mitarbeiter beschädigt beim Kundentermin ein Gerät, ein Kunde stürzt in Ihren Räumen, ein geliefertes Produkt verursacht einen Folgeschaden. Dafür haftet das Unternehmen, bei Personenschäden unbegrenzt.
Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruch oder ein technischer Defekt trifft Maschinen, Waren, IT und Einrichtung. Diese Werte müssen ersetzt werden, bevor wieder gearbeitet werden kann.
Wenn nach einem Schaden tage- oder wochenlang nichts läuft, fehlen Einsätze und Umsatz. Miete, Gehälter und Kredite laufen trotzdem weiter.
Privat ist nicht gewerblich
- Die private Haftpflicht zahlt nicht für Schäden aus beruflicher Tätigkeit, auch nicht im Nebengewerbe
- Die Hausratversicherung deckt keine Waren, Werkzeuge oder Betriebsgeräte ab, auch nicht im Homeoffice
- Die private Rechtsschutzversicherung greift nicht bei betrieblichen Streitigkeiten
- Ein privat zugelassenes Auto ist für regelmäßige Firmenfahrten falsch eingestuft
Wer eine braucht
- Selbstständige und Freiberufler, auch ohne Mitarbeiter und auch im Nebenerwerb
- Handwerks-, Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe jeder Größe
- GmbH-Geschäftsführer und Vorstände, die persönlich in die Haftung geraten können
- Vereine und ehrenamtliche Vorstände, die oft ungeschützt handeln
Die private Seite dieser Themen haben wir im Beitrag Welche Versicherungen gibt es beschrieben. Hier geht es ausschließlich um den betrieblichen Teil.
Die vier Kernbausteine im Detail
Diese vier Bausteine bilden bei fast jedem Betrieb den Kern. Was jeweils versichert ist, welche Leistungen es gibt und wo der Schutz gilt, steht hier im Detail. Welche Kombination für Sie passt, hängt von Branche, Umsatz und Betriebsstätte ab.
Betriebshaftpflichtversicherung
Stufe 1Der wichtigste Baustein für fast jeden Betrieb. Sie deckt Schäden ab, die durch den Betrieb, seine Mitarbeiter oder das Betriebsvermögen bei Dritten entstehen.
- Versichert
- Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die Dritten durch Ihren Betrieb entstehen
- Leistungen
- Entschädigung berechtigter Ansprüche sowie Abwehr unberechtigter Forderungen inklusive Anwalts- und Gerichtskosten
- Wo es gilt
- Am Betriebssitz, beim Kunden, auf Baustellen und im Außendienst, je nach Tarif auch weltweit
- Erweiterbar
- Umweltschadendeckung, Produkthaftpflicht, Mietsachschäden, Tätigkeitsschäden und branchenspezifische Risiken
Bei Personenschäden haften Sie unbegrenzt. Deshalb entscheidet weniger der Beitrag als die Deckungssumme und die Frage, ob Ihre konkrete Tätigkeit im Vertrag richtig beschrieben ist.
Inhaltsversicherung
Stufe 2Auch Geschäftsinhaltsversicherung genannt. Sie ersetzt die beweglichen Werte im Betrieb, wenn sie zerstört, beschädigt oder gestohlen werden.
- Versichert
- Betriebseinrichtung, Maschinen, Waren und Vorräte gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel
- Leistungen
- Wiederbeschaffungskosten für Maschinen, IT-Technik, Büroeinrichtung und gelagerte Produkte
- Wo es gilt
- In den versicherten Betriebsräumen und Lagern, je nach Vereinbarung auch unterwegs oder im Fahrzeug
- Erweiterbar
- Elementarschäden, Elektronikversicherung, Maschinenversicherung und Ertragsausfall
Der häufigste Fehler ist eine zu niedrige Versicherungssumme. Wird der Wert der Einrichtung zu gering angesetzt, kürzt der Versicherer auch kleine Schäden anteilig.
Betriebsunterbrechungsversicherung
Stufe 2Sie ersetzt das, was nach einem Sachschaden wirklich wehtut: den entgangenen Umsatz, während der Betrieb steht.
- Versichert
- Ertragsausfall, wenn Feuer, Leitungswasser, Einbruch oder ein technischer Defekt den Betrieb unterbricht
- Leistungen
- Ersatz des entgangenen Betriebsgewinns und der weiterlaufenden Fixkosten wie Miete, Gehälter und Kredite
- Wo es gilt
- Für die versicherten Betriebsstätten, je nach Vertrag auch für ausgelagerte Lager oder Produktionsstätten
- Erweiterbar
- Absicherung bei Cyberangriff, Maschinenbruch oder Ausfall wichtiger Zulieferer
Entscheidend ist die Haftzeit: Sie legt fest, wie lange gezahlt wird. Zwölf Monate sind üblich, bei langen Wiederaufbauzeiten ist mehr sinnvoll.
Gewerbliche Rechtsschutzversicherung
Stufe 3Übernimmt die Kosten rechtlicher Auseinandersetzungen, die im Geschäftsalltag entstehen, vom Zahlungsstreit bis zur Kündigungsschutzklage.
- Versichert
- Rechtsstreitigkeiten mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Behörden
- Leistungen
- Anwaltskosten, Gerichtsgebühren, Sachverständigen- und Zeugenkosten sowie Mediation
- Bereiche
- Vertrags-, Arbeits-, Steuer- und gewerbliches Mietrecht, je nach gewählten Bausteinen
- Erweiterbar
- Schutz bei Betriebsprüfungen, Abmahnungen und Konflikten mit Beschäftigten
Wichtig: Der Streit darf bei Abschluss noch nicht absehbar sein, und es gelten Wartezeiten von meist drei Monaten. Wer schon Ärger hat, ist zu spät dran.
Cyber, Kfz, D&O und weitere Bausteine
Diese Bausteine kommen dazu, sobald IT, Fahrzeuge, Führungsverantwortung oder Lieferketten eine Rolle spielen. Sie sind nicht für jeden Betrieb nötig, im passenden Fall aber schwer zu ersetzen.
Cyber-Versicherung
Stufe 2Deckt die Folgen von Angriffen auf Ihre IT ab. Relevant für jeden Betrieb, der Kundendaten verarbeitet, online bestellt oder digital abrechnet.
- Versichert
- Schäden durch Cyberangriffe, Datenverlust und IT-Sicherheitsvorfälle
- Leistungen
- Kosten für Datenwiederherstellung, IT-Forensik, Entschädigung betroffener Kunden und Rechtskosten bei Datenschutzverstößen
- Wo es gilt
- Für alle IT-Systeme des Betriebs, einschließlich Cloud-Diensten und ausgelagerten Servern
- Erweiterbar
- Krisenmanagement und Kommunikationsberatung während eines Angriffs
Fast alle Anbieter verlangen Mindeststandards: aktuelle Updates, Backups, getrennte Administratorkonten. Wer sie nicht erfüllt, riskiert die Leistung im Schadenfall.
Gewerbliche Kfz-Versicherung
PflichtFür jedes gewerblich genutzte Fahrzeug. Die Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben, Teil- und Vollkasko sind freiwillig.
- Versichert
- Firmenfahrzeuge sowie Schäden, die damit Dritten zugefügt werden
- Varianten
- Haftpflicht als Pflichtversicherung, Teilkasko für Diebstahl, Glas und Wildschaden, Vollkasko zusätzlich für selbst verschuldete Schäden und Vandalismus
- Leistungen
- Reparaturkosten, Ersatzfahrzeug, Abschleppen und Entschädigung bei Diebstahl
- Erweiterbar
- Flottentarife ab mehreren Fahrzeugen sowie Rabatte bei schadenfreiem Verlauf
Wer ein privat versichertes Auto regelmäßig gewerblich nutzt, ist falsch eingestuft. Im Schadenfall kann das zu Kürzungen führen.
D&O-Versicherung
Stufe 3Die Managerhaftpflicht. Sie schützt Geschäftsführer und Vorstände, die für Fehlentscheidungen persönlich und mit dem Privatvermögen haften.
- Versichert
- Schäden aus Leitungsentscheidungen von Geschäftsführern und Führungskräften
- Leistungen
- Schadenersatzansprüche sowie Anwaltskosten zur Abwehr unberechtigter Forderungen
- Wo es gilt
- Für Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte, in der Regel weltweit
- Erweiterbar
- Schutz bei Vertragsverletzungen, Insolvenzverschleppung und Compliance-Verstößen
Auch ehrenamtliche Vereinsvorstände haften persönlich. Für Vereine gibt es dafür eigene, deutlich günstigere Tarife.
Weitere Bausteine
Nach BedarfJe nach Geschäftsmodell kommen weitere Verträge dazu. Sie sind kein Standard, können im Einzelfall aber wichtiger sein als alles andere.
- Transportversicherung
- Für Waren auf dem Weg zum Kunden, national wie international
- Vertrauensschadenversicherung
- Gegen Schäden durch eigene Mitarbeiter, etwa Unterschlagung oder Betrug
- Warenkreditversicherung
- Gegen Zahlungsausfall von Kunden, sinnvoll bei hohen Außenständen
- Gebäudeversicherung
- Für die eigene Betriebsimmobilie, inklusive Elementarschutz
Auch die Absicherung der Inhaber gehört dazu: Berufsunfähigkeit und Krankentagegeld sind bei Selbstständigen oft die größere Lücke als jede Sachversicherung.
Pflicht oder freiwillig? Was der Gesetzgeber verlangt
Nur ein Teil der Gewerbeversicherungen ist vorgeschrieben. Der größere Teil ist freiwillig, wird in der Praxis aber von Auftraggebern, Vermietern oder Banken verlangt.
Tabelle seitlich scrollbar →
| Baustein | Status | Hintergrund |
|---|---|---|
| Kfz-Haftpflicht | Pflicht | Jedes zugelassene Firmenfahrzeug, gesetzlich vorgeschrieben |
| Gesetzliche Unfallversicherung | Pflicht | Mitgliedschaft in der zuständigen Berufsgenossenschaft, auch ohne Mitarbeiter; Anmeldung nach Gründung erforderlich |
| Berufshaftpflicht bestimmter Berufe | Pflicht | Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten und Ingenieure, Versicherungsmakler und weitere; Mindestsummen sind gesetzlich geregelt |
| Betriebshaftpflicht | freiwillig | Für die meisten Betriebe nicht vorgeschrieben, in der Praxis aber unverzichtbar; Auftraggeber verlangen sie häufig |
| Inhaltsversicherung | freiwillig | Kann von Vermietern oder finanzierenden Banken vertraglich verlangt werden |
| Betriebsunterbrechung | freiwillig | Meist als Zusatz zur Inhaltsversicherung, teils von Banken gefordert |
| Cyber-Versicherung | freiwillig | Nicht vorgeschrieben; Datenschutzpflichten nach DSGVO bestehen unabhängig davon |
| D&O-Versicherung | freiwillig | Oft im Geschäftsführervertrag oder von Investoren vereinbart |
| Gewerblicher Rechtsschutz | freiwillig | Keine gesetzliche Pflicht |
Viele denken, mit der Gewerbeanmeldung sei alles erledigt. Die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft ist aber ein eigener Schritt und gesetzlich vorgeschrieben, auch für Einzelunternehmen ohne Angestellte. Wer sie versäumt, riskiert Beitragsnachforderungen. Welche Berufsgenossenschaft zuständig ist, hängt von der Branche ab, und wir sagen Ihnen im Erstgespräch, welche es in Ihrem Fall ist.
Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung. Pflichtversicherungen und Mindestdeckungssummen ergeben sich aus Bundes- und Landesrecht sowie aus Kammer- und Berufsordnungen und werden regelmäßig angepasst. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung.
Was Ihre Branche typischerweise braucht
Die Frage ist selten, welche Gewerbeversicherungen es gibt, sondern welche in Ihrer Branche wirklich greifen. Diese Übersicht zeigt typische Schwerpunkte. Sie ersetzt keine Prüfung, gibt aber eine ehrliche Vorstellung davon, worauf es ankommt.
Handwerk und Bau
- Betriebshaftpflicht mit Tätigkeits- und Bearbeitungsschäden
- Inhalt inklusive Werkzeug und Maschinen, auch im Fahrzeug
- Bauleistungsversicherung bei größeren Aufträgen
- Gewerbliche Kfz-Versicherung für Transporter
Handel und Einzelhandel
- Inhaltsversicherung mit realistischer Warensumme
- Betriebsunterbrechung für die Zeit nach einem Schaden
- Betriebshaftpflicht inklusive Produkthaftpflicht
- Transportversicherung für Warenlieferungen
Büro und Dienstleistung
- Betriebshaftpflicht, oft günstig wegen geringer Gefahrenklasse
- Vermögensschadenhaftpflicht bei beratender Tätigkeit
- Cyber-Versicherung wegen Kunden- und Projektdaten
- Inhalt für IT und Büroeinrichtung, auch im Homeoffice
Gastronomie und Hotellerie
- Betriebshaftpflicht inklusive Schlüssel- und Garderobenrisiko
- Inhalt mit Küchentechnik und Elementarschutz
- Betriebsunterbrechung, weil ein Küchenbrand schnell Wochen kostet
- Rechtsschutz für Arbeits- und gewerbliches Mietrecht
IT, Agentur und Medien
- Vermögensschadenhaftpflicht für Projektfehler und Fristen
- Cyber-Versicherung mit Drittschadendeckung
- Betriebshaftpflicht für Termine beim Kunden
- Rechtsschutz für Vertrags- und Urheberrecht
Verein und Ehrenamt
- Vereinshaftpflicht für Veranstaltungen und Mitglieder
- D&O für den Vorstand, der persönlich haftet
- Inhalt für Vereinsheim und Ausstattung
- Unfallversicherung für ehrenamtlich Tätige
Was eine Gewerbeversicherung kostet
Einen Pauschalpreis gibt es nicht, aber es gibt nachvollziehbare Faktoren. Diese sechs bestimmen, was Sie am Ende zahlen. Wer sie kennt, kann Angebote vergleichen, statt nur auf die Endsumme zu schauen.
Ein Dachdeckerbetrieb zahlt ein Vielfaches eines Bürobetriebs mit gleichem Umsatz. Die Einstufung folgt der tatsächlichen Tätigkeit, nicht dem Firmennamen.
Bei der Betriebshaftpflicht ist meist der Jahresumsatz die Rechnungsgrundlage, bei einigen Tarifen zusätzlich die Zahl der Beschäftigten.
Die Deckungssumme kostet weniger, als die meisten annehmen. Der Sprung von 3 auf 10 Millionen Euro macht oft nur einen kleinen Teil des Beitrags aus.
Wer kleine Schäden selbst trägt, senkt den Beitrag spürbar. Sinnvoll, solange die Summe aus der Betriebskasse zahlbar bleibt.
Frühere Schäden wirken sich auf den Beitrag aus und können bei manchen Gesellschaften zur Ablehnung führen.
Lage, Bauart, Brandschutz und Einbruchsicherung fließen in die Inhalts- und Gebäudeversicherung ein.
Warum wir keine Pauschalpreise nennen
Seriös lässt sich ein Beitrag erst nennen, wenn Tätigkeit, Umsatz und gewünschte Deckung feststehen. Ein Dienstleistungsbetrieb ohne Mitarbeiter liegt bei der Betriebshaftpflicht häufig im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr, ein Bau- oder Produktionsbetrieb deutlich darüber. Alles andere wäre geraten.
Was unsere Arbeit kostet
Die Vermittlung ist für Sie kostenfrei, wir werden dann über die Courtage der Gesellschaft vergütet. Alternativ arbeiten wir für Unternehmen gegen ein festes Honorar, ohne Courtage. Beide Wege stehen offen in unserer Preisliste, Details zum Honorarmodell auf der Seite Honorarberatung.
Acht Fehler, die im Schadenfall richtig teuer werden
Diese Punkte sehen wir bei Betriebsprüfungen am häufigsten. Die meisten lassen sich mit einer Vertragsänderung beheben, bevor etwas passiert.
- ×Tätigkeit ungenau angebenIm Vertrag steht, was versichert ist. Wer als Elektriker auch Photovoltaik montiert oder als Agentur auch Software entwickelt, muss das melden. Sonst fällt genau dieser Bereich aus der Deckung.
- ×Zu niedrige VersicherungssummeBei der Inhaltsversicherung führt eine zu niedrige Summe zur anteiligen Kürzung auch kleiner Schäden. Der Wert der Einrichtung wird fast immer unterschätzt.
- ×Wachstum nicht meldenUmsatz, Mitarbeiterzahl und Lagerwert ändern sich. Wer das nicht anpasst, ist unterversichert, obwohl der Vertrag formal besteht.
- ×Vermögensschäden vergessenDie Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden. Reine Vermögensschäden, also Fehler in Beratung, Planung oder Berechnung, brauchen einen eigenen Baustein.
- ×Cyberauflagen ignorierenBackups, Updates und getrennte Zugänge sind bei den meisten Cybertarifen Bedingung. Wer sie nicht einhält, hat im Ernstfall einen Vertrag ohne Leistung.
- ×Nur auf den Beitrag schauenZwei Angebote mit gleichem Namen können völlig unterschiedliche Bedingungen haben. Entscheidend sind Ausschlüsse, Subsummen und Selbstbeteiligungen, nicht die Jahresprämie.
- ×Betriebsunterbrechung wegdenkenDer Sachschaden ist ersetzt, aber vier Wochen Stillstand nicht. Für viele Betriebe ist der Umsatzausfall der größere Schaden.
- ×Die eigene Person vergessenBei Selbstständigen hängt der Betrieb an einer Person. Fällt sie aus, hilft keine Sachversicherung. Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit gehören deshalb in dieselbe Betrachtung.
Kurz beantwortet
Zehn Fragen, die uns Unternehmerinnen und Unternehmer am häufigsten stellen.
Gewerbeversicherung, was ist das genau?
Der Begriff beschreibt kein einzelnes Produkt, sondern alle Versicherungen, die ein Unternehmen oder einen Selbstständigen vor den finanziellen Folgen von Schäden schützen. Typische Bausteine sind Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Betriebsunterbrechung, Rechtsschutz, Cyber, gewerbliche Kfz-Versicherung und D&O. Zusammengestellt wird das nach dem tatsächlichen Betriebsrisiko.
Brauche ich als Kleingewerbe oder Nebenberufler eine Gewerbeversicherung?
In der Regel ja, zumindest eine Betriebshaftpflicht. Die private Haftpflicht zahlt nicht für Schäden aus beruflicher Tätigkeit, auch nicht im Nebenerwerb. Für kleine Betriebe gibt es dafür günstige Tarife. Die Pflichtmitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft besteht ebenfalls unabhängig von der Betriebsgröße.
Was kostet eine Gewerbeversicherung?
Das hängt vor allem von Branche, Umsatz, Versicherungssumme und Selbstbeteiligung ab. Ein Dienstleistungsbetrieb ohne Mitarbeiter liegt bei der Betriebshaftpflicht häufig im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr, ein Bau- oder Produktionsbetrieb deutlich darüber. Eine belastbare Zahl nennen wir erst, wenn die Tätigkeit klar beschrieben ist.
Welche Deckungssumme ist bei der Betriebshaftpflicht sinnvoll?
Bei Personenschäden haften Sie unbegrenzt, deshalb sollte die Summe nicht knapp bemessen sein. In der Praxis sind mehrere Millionen Euro üblich; die Höhe richtet sich nach Branche und Gefahrenpotenzial. Der Aufpreis für eine deutlich höhere Summe fällt meist geringer aus als erwartet.
Ist die Betriebshaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben?
Für die meisten Gewerbe nicht. Vorgeschrieben ist sie unter anderem für Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten und Ingenieure sowie Versicherungsvermittler, dort mit gesetzlich geregelten Mindestsummen. Unabhängig davon verlangen viele Auftraggeber und öffentliche Ausschreibungen einen Nachweis.
Was deckt eine Cyber-Versicherung ab?
Sie trägt die Kosten nach einem Angriff oder Datenverlust: Datenwiederherstellung, IT-Forensik, Entschädigung betroffener Kunden, Rechtskosten bei Datenschutzverstößen und auf Wunsch Krisenkommunikation. Voraussetzung sind meist technische Mindeststandards wie aktuelle Updates und funktionierende Backups.
Kann ich mehrere Bausteine in einem Vertrag bündeln?
Häufig ja. Viele Gesellschaften bieten Gewerbepakete an, in denen Haftpflicht, Inhalt und Betriebsunterbrechung zusammengefasst sind. Das ist übersichtlicher und oft günstiger, macht aber einen Teilwechsel schwerer. Wir rechnen beide Varianten gegeneinander.
Was passiert, wenn sich mein Betrieb verändert?
Neue Tätigkeiten, mehr Umsatz, zusätzliche Mitarbeiter oder ein Umzug müssen gemeldet werden. Sonst besteht der Vertrag zwar, deckt aber nicht mehr das tatsächliche Risiko. Wir prüfen das einmal jährlich gemeinsam mit Ihnen.
Kann ich bestehende Verträge zu Ihnen übertragen?
Ja. Mit einer Maklervollmacht übernehmen wir die Betreuung Ihrer bestehenden Gewerbeverträge, holen Unterlagen ein und sind Ihr Ansprechpartner gegenüber den Gesellschaften. Für die Übernahme und Pflege von Fremdverträgen fällt eine einmalige Gebühr an, die in unserer Preisliste steht.
Beraten Sie auch gegen Honorar statt gegen Courtage?
Für Unternehmen ja. Gewerbliche Kunden sind in der Regel keine Verbraucher, deshalb ist die Beratung gegen gesondertes Honorar zulässig. Wie das abläuft, steht auf der Seite Honorarberatung. Weitere Antworten finden Sie in unseren häufigen Fragen.
Was Hotz Consulting für Unternehmen besonders macht
Wir sind unabhängiger Versicherungsmakler aus Heidelberg, geführt von den Brüdern Adrian und Pascal Hotz. Das heißt: Wir arbeiten für Sie, nicht für eine Gesellschaft. Für Unternehmen ist auch eine reine Honorarberatung möglich, nachzulesen auf der Seite Honorarberatung. Wer zusätzlich Immobilien hält, findet unter Hausverwaltung den passenden Bereich.
Keine festen Produktgeber. Wir vergleichen die Tarife von über 100 Gesellschaften und sind an keinen davon gebunden.
Klare Empfehlungen statt Verkaufsgespräch. Sie erfahren vorher, wie wir vergütet werden: über Courtage oder über ein festes Honorar.
Erst Ihr Betrieb, dann die Lösung. Wir nehmen Ihre Tätigkeit genau auf, bevor wir über Tarife sprechen.
Wir bleiben Ihr Ansprechpartner, wenn der Betrieb wächst, umzieht oder das Geschäftsmodell sich ändert.
So sieht unsere Beratung aus
Fünf Schritte, kein Verkaufsdruck. Nach dem ersten Gespräch wissen Sie, wo Ihr Betrieb steht, auch wenn Sie danach nichts abschließen.
In Heidelberg, bei Ihnen im Betrieb oder per Video. Wir hören zu und klären, worum es Ihnen wirklich geht.
Tätigkeiten, Umsatz, Mitarbeiter, Räume, IT und bestehende Verträge. Daraus ergibt sich, was tatsächlich abgesichert werden muss.
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Einmal im Jahr prüfen wir gemeinsam, ob die Deckung noch zum Betrieb passt. Im Schadenfall übernehmen wir die Abwicklung.
Einmal sauber prüfen, was Ihr Betrieb wirklich braucht
Eine passgenaue Gewerbeversicherung schützt Ihr Unternehmen vor Risiken, die den Betrieb sonst zum Stillstand bringen. Im kostenfreien Erstgespräch nehmen wir Ihre Tätigkeit auf und sagen offen, wo Sie gut aufgestellt sind, wo etwas fehlt und was Sie sich sparen können.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Versicherungstarife, Bedingungen, Pflichtversicherungen und gesetzliche Mindestdeckungssummen können sich ändern; maßgeblich sind stets die jeweils geltenden Vertragsbedingungen und die aktuelle Rechtslage. Eine Rechtsberatung im Einzelfall ist Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten vorbehalten. Hotz Consulting ist unabhängiger Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO, registriert bei der IHK Rhein-Neckar. Stand: September 2026.