Altersvorsorge: was ist das und wie viel brauchen Sie wirklich?
Altersvorsorge, was ist das eigentlich genau? Kurz gesagt: alles, was Ihr Einkommen im Ruhestand sichert, wenn die gesetzliche Rente allein nicht reicht. Dieser Artikel erklärt einfach und verständlich, wie das deutsche System aufgebaut ist, welche Bausteine es gibt und wie Sie Ihre eigene Rentenlücke berechnen.
Drei Schichten, eine Frage: Was bleibt am Monatsende?
Altersvorsorge ist kein einzelnes Produkt, sondern die Summe aller Einkommensquellen im Ruhestand. In Deutschland ist sie in drei Schichten geordnet, die sich in Besteuerung, Förderung und Flexibilität unterscheiden. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, erkennt sofort, welcher Baustein zu welcher Lebenssituation passt.
Gesetzliche Rente, Versorgungswerk, Beamtenversorgung und die Rürup-Rente. Beiträge sind in der Ansparphase steuerlich absetzbar, die Auszahlung erfolgt lebenslang als Rente. Kapital kann nicht entnommen, nicht vererbt und nicht übertragen werden.
Betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Gefördert über Zulagen, Steuervorteile oder den Arbeitgeber. Dafür gelten feste Regeln für Auszahlung und Verfügbarkeit, meist ab Alter 62.
Private Renten- und Fondspolicen, ETF-Sparpläne, Immobilien, Edelmetalle. Keine staatliche Förderung, dafür volle Flexibilität: Sie entscheiden über Höhe, Laufzeit, Entnahme und Vererbung.
Die Rentenlücke: wie viel Ihnen tatsächlich fehlt
Bevor über Produkte gesprochen wird, braucht es eine Zahl. Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem, was Sie im Alter brauchen, und dem, was aus der gesetzlichen Rente kommt. Sie lässt sich in drei Schritten schätzen.
Nettoeinkommen im Monat, das die laufenden Kosten deckt.
Nach rund 45 Jahren Durchschnittsverdienst, abzüglich Kranken- und Pflegeversicherung, vor Steuern.
Rund 80 Prozent des heutigen Nettos, weil einige Kosten wegfallen und andere steigen.
Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung kommt jährlich ab 27 Jahren und sechs Beitragsjahren. Wichtig: Der ausgewiesene Betrag ist brutto und ohne Inflationsanpassung.
Rechnen Sie mit 80 bis 90 Prozent Ihres heutigen Nettos. Pendeln und Kredite fallen oft weg, Gesundheit, Reisen und Unterstützung der Kinder kommen dazu.
Bei 2 Prozent Inflation hat ein Euro in 30 Jahren nur noch die Kaufkraft von rund 55 Cent. Eine Lücke von 450 € heute entspricht dann etwa 815 € in 30 Jahren.
Ihre persönliche Lücke hängt von Erwerbsbiografie, Familienstand, Eigentum und geplantem Renteneintritt ab. Wir rechnen sie im kostenfreien Erstgespräch mit Ihren echten Zahlen durch, kostenfrei und ohne Produktvorschlag am Ende.
Die drei Schichten einfach erklärt
Wer verstehen will, warum ein Produkt gefördert wird und ein anderes nicht, muss das Schichtenmodell kennen. Es ordnet jede Form der Vorsorge nach ihrer steuerlichen Behandlung. Die Faustregel lautet: Je mehr Förderung, desto weniger Flexibilität.
Schicht 1: Basisversorgung
LebenslangDie Grundlage für fast alle: gesetzliche Rente, berufsständisches Versorgungswerk, Beamtenversorgung und die private Basisrente, meist Rürup-Rente genannt.
- Beiträge sind zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar, bis zum jährlichen Höchstbetrag
- Auszahlung ausschließlich als lebenslange Rente, keine Kapitalentnahme
- Nicht beleihbar, nicht übertragbar, nur eingeschränkt vererbbar
- In der Regel geschützt vor Pfändung und vor Anrechnung beim Bürgergeld
Besonders interessant für Selbstständige und Gutverdienende mit hoher Steuerlast, weil der Abzug sofort wirkt. Wer Flexibilität braucht, ist hier falsch.
Schicht 2: Zusatzversorgung
GefördertBetriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Beides wird staatlich unterstützt, dafür sind Verfügbarkeit und Auszahlung fest geregelt.
- bAV: Entgeltumwandlung spart Steuern und Sozialabgaben, der Arbeitgeber gibt mindestens 15 Prozent dazu
- Riester: Grundzulage 175 € im Jahr, dazu 300 € je ab 2008 geborenem Kind
- Auszahlung frühestens ab 62, bei älteren Verträgen ab 60
- In der Auszahlphase voll steuerpflichtig, bei der bAV zusätzlich kranken- und pflegeversicherungspflichtig
Die Frage ist nie Riester ja oder nein, sondern ob die Zulagen in Ihrer Situation die höheren Kosten rechtfertigen. Bei Familien mit mehreren Kindern tun sie das oft.
Schicht 3: Private Vorsorge
FlexibelAlles, was Sie ohne staatliche Vorgaben aufbauen: private Renten- und Fondspolicen, ETF-Sparpläne, Immobilien, Edelmetalle, Beteiligungen.
- Frei verfügbar, jederzeit kündbar oder entnehmbar, frei vererbbar
- Keine Zulagen, dafür keine Bindung an Alter oder Rentenform
- Erträge werden mit Abgeltungsteuer belegt, bei Policen oft günstiger
- Höchste Renditechancen, aber auch die volle Verantwortung für die Strategie
Hier entscheidet nicht das Produkt, sondern die Strategie: Kosten, Aktienquote und Durchhaltevermögen bestimmen das Ergebnis stärker als die Hülle drumherum.
Und die Immobilie?
SachwertDie eigene Immobilie ist keine eigene Schicht, gehört für viele aber zur Vorsorge: mietfrei wohnen oder Mieteinnahmen beziehen.
- Selbst genutzt: die ersparte Miete wirkt wie eine steuerfreie Zusatzrente
- Vermietet: laufende Einkünfte, Abschreibung und nach zehn Jahren steuerfreier Verkauf
- Kehrseite: gebundenes Kapital, Instandhaltung und ein Klumpenrisiko an einem Standort
- Wichtig: Bei Renteneintritt sollte die Finanzierung abbezahlt sein
Mehr dazu in unseren Ratgeber Immobilie als Kapitalanlage.
Welche Bausteine der Altersvorsorge es gibt
Diese Bausteine tauchen in fast jedem Beratungsgespräch auf. Keiner ist per se gut oder schlecht, entscheidend sind Laufzeit, Steuersituation und wie viel Flexibilität Sie brauchen. Welche Kombination sinnvoll ist, zeigt sich erst, wenn die Rentenlücke und die Lebensplanung auf dem Tisch liegen.
Betriebliche Altersvorsorge
Schicht 2Ein Teil des Bruttogehalts wandert in einen Vorsorgevertrag. Das senkt Steuern und Sozialabgaben sofort, der Arbeitgeber legt etwas drauf.
- Steuerfrei bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, sozialabgabenfrei bis 4 Prozent
- Seit 2022 sind mindestens 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss Pflicht, oft zahlen Betriebe mehr
- Fünf Durchführungswege, in der Praxis meist Direktversicherung oder Pensionskasse
- Beim Jobwechsel mitnehmbar, beitragsfrei stellen oder privat weiterführen
Rechnen Sie den Arbeitgeberzuschuss genau nach. Bei 15 Prozent und niedriger Verzinsung kann der spätere Abzug von Kranken- und Pflegebeiträgen den Vorteil aufzehren.
Fondsgebundene Rentenversicherung
Schicht 3Ein Fondsdepot im Versicherungsmantel. Umschichten zwischen Fonds löst keine Steuer aus, das Kapital kann später als Rente oder Einmalzahlung fließen.
- Auszahlung wählbar: lebenslange Rente, Kapital oder eine Kombination
- Steuerlich privilegiert, wenn mindestens zwölf Jahre Laufzeit und Auszahlung ab 62
- Kostenquote und Fondsauswahl entscheiden über das Ergebnis, nicht der Markenname
- Nettotarife ohne Abschlussprovision sind in der Honorarberatung möglich
Sinnvoll ab etwa 15 Jahren Laufzeit. Darunter fressen Abschluss- und Verwaltungskosten den Steuervorteil meist auf.
ETF-Sparplan und Investmentfonds
Schicht 3Der schlankste Weg, breit gestreut in Aktien zu investieren. Schon ab 25 € im Monat, jederzeit änderbar oder aussetzbar.
- Sehr niedrige laufende Kosten, breite Streuung über tausende Unternehmen
- Volle Verfügbarkeit: kein Mindestalter, keine Bindung, jederzeit verkaufbar
- Erträge unterliegen der Abgeltungsteuer, bei Aktienfonds mit 30 Prozent Teilfreistellung
- Kein Schutz vor Langlebigkeit: das Kapital kann im hohen Alter aufgebraucht sein
Der größte Risikofaktor ist nicht der Markt, sondern das eigene Verhalten. Wer in einem Crash verkauft, macht den Verlust dauerhaft.
Klassische private Rentenversicherung
Schicht 3Garantierte lebenslange Rente ohne Kursschwankungen. Planbar, aber mit deutlich geringeren Renditechancen als fondsgebundene Lösungen.
- Garantierter Rentenfaktor, planbare Auszahlung bis zum Lebensende
- Überschüsse zusätzlich, aber nicht garantiert
- Kaufkraftverlust durch Inflation ist das Hauptrisiko
- Sinnvoll als Baustein für den sicheren Teil der Vorsorge
Sicherheit kostet Rendite. Als alleinige Altersvorsorge reicht ein garantierter Tarif bei langen Laufzeiten in der Regel nicht.
Riester-Rente
Schicht 2Förderung über Zulagen und Steuerabzug, gedacht für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und deren Ehepartner.
- Volle Förderung ab 4 Prozent des Vorjahresbruttos, maximal 2.100 € im Jahr inklusive Zulagen
- Garantie auf alle eingezahlten Beiträge und Zulagen zum Rentenbeginn
- Bis zu 30 Prozent des Kapitals können zu Rentenbeginn auf einmal ausgezahlt werden
- Rente ist in der Auszahlphase voll zu versteuern
Stärken hat Riester bei Familien mit Kindern und bei geringem Einkommen. Bei Gutverdienenden ohne Kinder rechnet sich die Förderung deutlich seltener.
Rürup-Rente (Basisrente)
Schicht 1Die private Variante der Basisversorgung. Hohe steuerliche Absetzbarkeit in der Ansparphase, dafür maximale Bindung.
- Beiträge zu 100 Prozent absetzbar, bis zum jährlichen Höchstbetrag von rund 29.000 € für Ledige
- Auszahlung nur als lebenslange Rente, frühestens ab 62
- Nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar
- Als klassische oder fondsgebundene Variante erhältlich
Faustregel: Je höher Ihr Grenzsteuersatz heute und je niedriger er in der Rente, desto stärker wirkt der Effekt. Für Selbstständige oft der effizienteste Baustein.
Vermögenswirksame Leistungen
EinstiegEin Zuschuss des Arbeitgebers von bis zu 40 € im Monat, den viele Beschäftigte nicht abrufen. Zusätzlich gibt es die Arbeitnehmersparzulage.
- Höhe und Anspruch stehen im Arbeits- oder Tarifvertrag
- Anlage in Fondssparplan, Bausparvertrag oder Banksparplan möglich
- Arbeitnehmersparzulage bei Fondssparplänen: 20 Prozent auf bis zu 400 € im Jahr
- Sperrfrist von sieben Jahren je Vertrag
Geschenktes Geld, das Sie nur abholen müssen. Der erste Schritt ist ein Blick in Ihren Arbeitsvertrag oder eine Frage an die Personalabteilung.
Gold, Silber und Sachwerte
BeimischungEdelmetalle liefern keine laufenden Erträge, gelten aber als Schutz gegen Kaufkraftverlust und Krisen.
- Physisches Gold ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei veräußerbar
- Keine Zinsen, keine Dividenden, dafür Lager- und Versicherungskosten
- Starke Kursschwankungen, in der Vergangenheit auch über Jahrzehnte seitwärts
- Als Beimischung von etwa 5 bis 10 Prozent des Vermögens gedacht, nicht als Kern
Wer Gold als Hauptbaustein der Altersvorsorge verkauft bekommt, sollte sehr genau nachfragen, wer daran verdient.
Sparbuch, gesetzliche Rente oder private Vorsorge?
Viele verlassen sich auf eine dieser drei Säulen allein. In der Praxis ergänzen sie sich: Die gesetzliche Rente bildet die Basis, das Tagesgeld die Reserve, die private Vorsorge schließt die Lücke.
Tabelle seitlich scrollbar →
| Kriterium | Gesetzliche Rente | Sparbuch und Tagesgeld | Private Altersvorsorge |
|---|---|---|---|
| Höhe der Absicherung | Grundversorgung, im Schnitt deutlich unter dem letzten Netto | Genau das, was eingezahlt wurde, kaum Zuwachs | Frei wählbar und an das eigene Ziel anpassbar |
| Renditechance | An die Lohnentwicklung gekoppelt, nicht an Kapitalmärkte | Sehr niedrige Verzinsung, häufig unter der Inflation | Höher, abhängig von Anlageklasse und Laufzeit |
| Inflationsschutz | Anpassungen jeweils zum 1. Juli, ohne Garantie auf Ausgleich | Kein Schutz, realer Wertverlust bei hoher Inflation | Sachwerte wie Aktien und Immobilien wirken langfristig ausgleichend |
| Verfügbarkeit | Erst ab Renteneintritt, kein vorzeitiger Zugriff | Jederzeit verfügbar | Je nach Schicht: von voll flexibel bis fest gebunden |
| Steuern und Förderung | Beiträge absetzbar, Rente nachgelagert besteuert | Keine Förderung, Zinserträge über dem Freibetrag steuerpflichtig | Zulagen, Sonderausgabenabzug oder Teilfreistellung, je nach Baustein |
| Schutz vor Langlebigkeit | Lebenslange Zahlung | Kein Schutz, das Guthaben kann aufgebraucht werden | Bei Rentenprodukten lebenslang, bei Depotlösungen nicht |
| Vererbbarkeit | Nur eingeschränkt über Hinterbliebenenrenten | Voll vererbbar | Je nach Vertrag von voll vererbbar bis gar nicht |
Die Tabelle zeigt Tendenzen, keine Garantien. Sparbuch und Tagesgeld bleiben als Notgroschen sinnvoll: Drei bis sechs Nettogehälter gehören auf ein jederzeit verfügbares Konto, bevor langfristig investiert wird. Was eine unabhängige Analyse Ihrer Vorsorge kostet, steht offen in unserer Preisliste.
Warum der Startzeitpunkt mehr bringt als die Sparrate
Bei der Altersvorsorge arbeitet die Zeit für Sie, nicht das Produkt. Dieselbe Rate von 200 € im Monat führt je nach Startalter zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.
Wer erst mit 45 startet und dieselben rund 398.000 € erreichen will, müsste statt 200 € etwa 860 € im Monat zurücklegen. Zeit lässt sich nicht durch Disziplin ersetzen.
Wichtiger als die Höhe ist der Start. Eine Rate lässt sich später erhöhen, verlorene Jahre lassen sich nicht nachholen. Viele beginnen mit 50 bis 100 € und passen jährlich an.
Eine jährliche Erhöhung von 3 Prozent gleicht Inflation und Gehaltsentwicklung aus. Ohne Dynamik sinkt die reale Sparquote mit jedem Jahr.
Auf dem Weg zu diesem Ergebnis liegen mehrere Kursrückgänge. Wer sie aussitzt, gewinnt. Wer verkauft, realisiert den Verlust und verliert zusätzlich die Erholung.
Modellrechnung mit 200 € Monatsrate, 6 Prozent durchschnittlicher Wertentwicklung pro Jahr, Ansparende mit 65, ohne Kosten, Steuern und Inflation. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Ergebnisse. Die Rechnung zeigt das Prinzip des Zinseszinses, nicht eine zugesagte Rendite.
Steuern und staatliche Förderung verstehen
Die Steuer entscheidet mit darüber, welcher Baustein sich für Sie rechnet. Das Prinzip ist in allen Schichten dasselbe: Entweder der Staat fördert die Einzahlung und besteuert die Rente, oder er fördert nichts und lässt Ihnen dafür alle Freiheiten. Wir zeigen Ihnen die Rechnung für Ihre Steuersituation, transparent und ohne Produktbindung. Wie wir dafür vergütet werden, steht auf der Seite Honorarberatung.
Nachgelagerte Besteuerung
PrinzipDer Staat verzichtet heute auf Steuern und holt sie später aus der Rente. Das lohnt sich, wenn Ihr Steuersatz im Ruhestand niedriger ist als heute.
- Beiträge zur Basisversorgung sind seit 2023 zu 100 Prozent absetzbar
- Der steuerpflichtige Anteil der Rente steigt mit jedem Rentenjahrgang
- Wer ab 2058 in Rente geht, versteuert die gesetzliche Rente vollständig
- Auch in der Rente gilt der Grundfreibetrag: nicht jede Rente führt zu einer Steuerzahlung
Für die meisten Angestellten ist der Steuersatz im Ruhestand niedriger als im Berufsleben. Genau darauf beruht der Vorteil der Schichten 1 und 2.
Sonderausgabenabzug
Schicht 1Beiträge zur gesetzlichen Rente, zum Versorgungswerk und zur Rürup-Rente zählen zusammen auf einen jährlichen Höchstbetrag.
- Rund 29.000 € für Ledige, etwa das Doppelte für zusammen veranlagte Ehepaare
- Der Betrag wird jährlich angepasst, Arbeitnehmeranteile sind bereits eingerechnet
- Besonders wirksam bei hohem Grenzsteuersatz
- Bei Selbstständigen ohne gesetzliche Rente ist der Spielraum am größten
Beispiel: Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent gibt das Finanzamt von 1.000 € Beitrag rund 420 € zurück. Diese Ersparnis ist der eigentliche Renditehebel.
Zulagen der Riester-Förderung
Schicht 2Statt über den Steuersatz fördert der Staat hier direkt mit festen Beträgen, die auf den Vertrag fließen.
- Grundzulage 175 € pro Jahr und förderberechtigter Person
- Kinderzulage 300 € für ab 2008 geborene Kinder, 185 € für ältere
- Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 € bis zum 25. Lebensjahr
- Voraussetzung ist ein Eigenbeitrag von 4 Prozent des Vorjahresbruttos
Das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulagen oder Steuerabzug günstiger sind. Wichtig ist nur, den Zulagenantrag einmal dauerhaft zu stellen.
Abgeltungsteuer und Teilfreistellung
Schicht 3Bei Fonds und ETFs im Depot werden Gewinne mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belegt, dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
- Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung)
- Sparerpauschbetrag: 1.000 € im Jahr, 2.000 € bei Zusammenveranlagung
- Die Vorabpauschale besteuert jährlich einen kleinen Teil des Wertzuwachses im Voraus
- Freistellungsauftrag bei der Bank nicht vergessen
Die Steuer fällt erst beim Verkauf an. Wer selten umschichtet, verschiebt sie weit nach hinten und lässt den unversteuerten Betrag weiterarbeiten.
Die Zwölf-Zweiundsechzig-Regel
PolicenFür private Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht gilt eine besondere Besteuerung, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.
- Mindestens zwölf Jahre Laufzeit und Auszahlung nicht vor dem 62. Lebensjahr
- Dann ist nur die Hälfte des Ertrags mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern
- Bei lebenslanger Rente wird nur der Ertragsanteil besteuert, bei Rentenbeginn mit 67 sind das 17 Prozent
- Während der Laufzeit fällt beim Fondswechsel keine Steuer an
Dieser Effekt ist der Hauptgrund, warum sich der Versicherungsmantel bei sehr langen Laufzeiten trotz höherer Kosten rechnen kann.
Arbeitnehmersparzulage
EinstiegFür vermögenswirksame Leistungen gibt es zusätzlich zum Arbeitgeberzuschuss eine staatliche Zulage, sofern Sie unter den Einkommensgrenzen liegen.
- 20 Prozent auf bis zu 400 € im Jahr bei Anlage in Fondssparpläne
- 9 Prozent auf bis zu 470 € bei Bausparverträgen
- Seit 2024 gelten deutlich höhere Einkommensgrenzen als zuvor
- Beantragt wird sie über die Steuererklärung, ausgezahlt nach Ablauf der Sperrfrist
Kleine Summe, hohe Quote: 20 Prozent Zulage schlägt jede Verzinsung. Wer Anspruch hat und nichts abruft, verschenkt Geld.
Acht Fehler, die Sie im Alter richtig Geld kosten
Diese Punkte sehen wir in Erstgesprächen am häufigsten. Die meisten lassen sich ohne großen Aufwand korrigieren, wenn man sie früh genug bemerkt.
- ×Warten auf den richtigen MomentDer beste Zeitpunkt war vor zehn Jahren, der zweitbeste ist heute. Jedes Jahr Verzögerung kostet bei langen Laufzeiten mehr als jede Produktoptimierung.
- ×Alles auf eine Karte setzenNur gesetzliche Rente, nur Immobilie oder nur ein Fondssparplan: Jede Lösung hat ein eigenes Risiko. Eine Mischung aus den drei Schichten fängt das ab.
- ×Den Notgroschen vergessenWer ohne Reserve spart, muss im Ernstfall an die Vorsorge. Kündigungen in den ersten Jahren sind fast immer ein Verlustgeschäft. Erst drei bis sechs Nettogehälter aufs Tagesgeld, dann investieren.
- ×Die Arbeitskraft nicht absichernDie beste Sparrate nützt nichts, wenn das Einkommen wegfällt. Berufsunfähigkeit ist die Grundlage jeder Vorsorge, nicht die Kür. Einen Überblick gibt unser Beitrag Welche Versicherungen gibt es.
- ×Kosten nicht hinterfragenEin Prozent Kostenunterschied pro Jahr kann über 30 Jahre ein Fünftel des Endvermögens ausmachen. Fragen Sie nach Effektivkosten und Abschlusskosten, nicht nur nach der Beispielrechnung.
- ×Verträge nie wieder anfassenGehaltssprung, Kind, Eigentum, Selbstständigkeit, Erbschaft: Jede dieser Änderungen verschiebt den Bedarf. Einmal im Jahr prüfen reicht, gar nicht prüfen ist teuer.
- ×Auf Garantien fixiert seinHohe Garantien kosten Rendite, weil das Geld sicher angelegt werden muss. Bei 30 Jahren Laufzeit ist Kaufkraftverlust das größere Risiko als Kursschwankung.
- ×Beratung nach Provision auswählenWer nur ein Produkt anbietet, empfiehlt genau dieses. Fragen Sie vorab, wie Ihr Berater vergütet wird und wie viele Gesellschaften er vergleichen kann.
Was in welcher Lebensphase zählt
Altersvorsorge ist kein einmaliger Abschluss, sondern eine Abfolge von Entscheidungen. Diese Übersicht zeigt, was in welchem Jahrzehnt typischerweise ansteht. Sie ersetzt keine persönliche Planung, hilft aber dabei, nichts zu vergessen.
20 bis 30
- Vermögenswirksame Leistungen abrufen
- Berufsunfähigkeit sichern, solange gesund und günstig
- Mit kleiner Rate in einen breit gestreuten Sparplan starten
- bAV prüfen, vor allem den Arbeitgeberzuschuss
30 bis 40
- Sparrate an Gehaltsentwicklung koppeln
- Riester prüfen, sobald Kinder da sind
- Risikoleben, wenn Familie oder Finanzierung dazukommt
- Immobilie: Kauf oder Miete bewusst entscheiden
40 bis 50
- Rentenlücke erstmals konkret durchrechnen
- Steuerlast prüfen: Rürup wird jetzt oft interessant
- Alte Verträge auf Kosten und Leistung durchsehen
- Tilgung der Immobilie auf den Renteneintritt ausrichten
50 bis 60
- Anlagestrategie schrittweise stabiler ausrichten
- Rentenbeginn und Auszahlform festlegen
- Renteninformation und Versicherungsverlauf klären lassen
- Lücken im Versicherungsverlauf schließen
Ab 60
- Auszahlungsreihenfolge planen, um Steuern zu glätten
- Kapital oder lebenslange Rente bewusst wählen
- Pflege- und Hinterbliebenenversorgung regeln
- Vollmachten, Testament und Vermögensübertragung ordnen
Kurz beantwortet
Neun Fragen, die uns zum Thema Altersvorsorge am häufigsten gestellt werden.
Altersvorsorge, was ist das eigentlich?
Altersvorsorge ist die Summe aller Maßnahmen, die Ihr Einkommen nach dem Berufsleben sichern. Dazu zählen die gesetzliche Rente, betriebliche Zusagen, geförderte Verträge wie Riester oder Rürup sowie privates Vermögen in Fonds, Policen oder Immobilien. Ziel ist, die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und tatsächlichem Bedarf zu schließen.
Wie viel sollte ich monatlich für die Altersvorsorge zurücklegen?
Als grobe Orientierung gelten 10 bis 15 Prozent des Bruttoeinkommens, gesetzliche Beiträge mitgerechnet. Entscheidend ist aber Ihre konkrete Lücke: Wer spät startet oder früh aufhören will, braucht mehr. Die Zahl ergibt sich aus der Rechnung, nicht aus der Faustregel.
Ab wann sollte man mit der Altersvorsorge anfangen?
Sobald ein regelmäßiges Einkommen da ist. Wichtiger als die Höhe ist die Laufzeit: Wer mit 25 startet, braucht für dasselbe Ziel rund ein Viertel der Rate eines 45-Jährigen. Vorher gehören nur zwei Dinge erledigt: Notgroschen und Absicherung der Arbeitskraft.
Reicht die gesetzliche Rente nicht aus?
Für die Grundversorgung ja, für den gewohnten Lebensstandard meist nicht. Das Sicherungsniveau vor Steuern liegt bei rund 48 Prozent, und dieser Wert gilt für jemanden mit 45 Jahren Durchschnittsverdienst. Wer studiert hat, in Teilzeit gearbeitet oder Auszeiten genommen hat, liegt darunter.
Was ist besser: ETF-Sparplan oder Rentenversicherung?
Das hängt von Laufzeit und Ziel ab. Der ETF-Sparplan ist günstiger und flexibler, die Rentenversicherung bietet steuerliche Vorteile bei sehr langen Laufzeiten und eine lebenslange Zahlung. In der Praxis ist eine Kombination oft sinnvoller als die Entscheidung für nur eine Variante.
Lohnt sich Riester noch?
Das lässt sich nur individuell beantworten. Bei Familien mit mehreren Kindern und bei niedrigen Einkommen ist die Zulagenquote häufig so hoch, dass sich der Vertrag rechnet. Bei Gutverdienenden ohne Kinder gleichen die Zulagen die Kosten seltener aus. Wir rechnen beide Fälle für Sie durch.
Was passiert mit meiner Altersvorsorge bei einem Jobwechsel?
Die gesetzliche Rente läuft unverändert weiter. Bei der betrieblichen Altersvorsorge können Sie den Vertrag mitnehmen, beitragsfrei stellen oder privat weiterführen. Private Verträge sind vom Arbeitgeber unabhängig. Wichtig ist, den Vertrag nicht einfach liegen zu lassen.
Kann ich bestehende Verträge prüfen lassen?
Ja. Wir sehen uns Kosten, Leistung und steuerliche Behandlung Ihrer vorhandenen Verträge an und sagen offen, was bleiben sollte und was nicht. Nicht jeder alte Vertrag gehört gekündigt: Manche enthalten Konditionen, die es heute nicht mehr gibt.
Was kostet eine Beratung zur Altersvorsorge bei Ihnen?
Das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich. Für eine ausführliche Analyse berechnen wir ein festes Honorar, das Sie vorher kennen. Alle Preise stehen offen in unserer Preisliste. Weitere Antworten finden Sie in unseren häufigen Fragen.
Was unsere Beratung zur Altersvorsorge ausmacht
Wir sind unabhängiger Makler aus Heidelberg, geführt von den Brüdern Adrian und Pascal Hotz. Das heißt: Wir arbeiten für Sie, nicht für eine Gesellschaft. Wie wir vergütet werden, erklären wir vorab, nachzulesen auf unserer Seite Honorarberatung.
Keine festen Produktgeber. Wir vergleichen die Tarife von über 100 Gesellschaften und sind an keinen davon gebunden.
Sie wissen vorher, wie wir verdienen: über Courtage oder über ein festes Honorar. Beides erklären wir offen, bevor Sie sich entscheiden.
Erst Ihre Situation, dann die Lösung. Wir rechnen Ihre Lücke durch, bevor wir über Produkte sprechen.
Vorsorge läuft über Jahrzehnte. Wir bleiben Ihr Ansprechpartner, wenn sich Einkommen, Familie oder Ziele ändern.
So läuft die Beratung ab
Fünf Schritte, kein Verkaufsdruck. Nach dem ersten Gespräch wissen Sie, wo Sie stehen, auch wenn Sie danach nichts abschließen.
In Heidelberg, telefonisch oder per Video. Wir hören zu und klären, worum es Ihnen wirklich geht.
Renteninformation, bestehende Verträge, Einkommen und Ziele. Daraus ergibt sich Ihre konkrete Rentenlücke.
Wir vergleichen Anbieter und Tarife und erklären Vor- und Nachteile in verständlicher Sprache.
Sie entscheiden in Ihrem Tempo, mit allen Informationen und ohne Frist oder Verpflichtung.
Einmal im Jahr prüfen wir gemeinsam, ob Ihre Vorsorge noch zu Ihrem Leben passt.
Einmal ausrechnen, was Ihnen im Alter wirklich fehlt
Finanzentscheidungen trifft man nicht jeden Tag, aber sie wirken ein Leben lang. Im kostenfreien Erstgespräch ermitteln wir Ihre Rentenlücke und zeigen, welche Bausteine dazu passen. Ohne Produktvorschlag am Ende, wenn Sie das nicht möchten.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Steuerliche Regelungen, Förderbeträge, Höchstgrenzen und Tarife ändern sich regelmäßig; maßgeblich ist immer die zum Zeitpunkt des Abschlusses geltende Rechtslage. Angaben zu Wertentwicklungen sind Modellrechnungen und keine Zusage künftiger Ergebnisse. Eine steuerliche Beratung im Einzelfall ist Steuerberatern und Rechtsanwälten vorbehalten. Hotz Consulting ist unabhängiger Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO, registriert bei der IHK Rhein-Neckar. Stand: September 2026.